“Dieses schreckliche Wort“

Der November ist der Monat des Totengedenkens. Er neigt sich bereits dem Ende zu und so findet in den letzten Tagen dieses Monats noch ein November-Buch seinen Platz bei ligusterbooks, das ich mit Vergnügen, Traurigkeit, mit Faszination, manchmal mit einem Lachen, manchmal unter Tränen gelesen habe und das ich Euch nahelegen möchte, weil es Tod, …

Kalt erwischt

Im letzten Herbst war ich an einem frühen Samstagmorgen auf der Autobahn unterwegs von A nach B. Die Sonne war aufgegangen, vor mir lagen noch gut fünfzig Kilometer und auf der A1 war in der Baustelle noch kein zähfließender Verkehr. Ich tat mir trotzdem ziemlich leid. Irgendwann stoppte ich den Sendersuchlauf und blieb auf NDR …

Der traurige Ort

Jeder, der nach Südtirol ins Vinschgau fährt, kennt dieses surreale Motiv: Ein Kirchturm, der auf 1500 Metern Höhe aus dem Wasser des Reschensees ragt. An dieser Stelle lag bis 1950 das Dorf Graun, das gemeinsam mit einem Teil des Dorfes Reschen einem Stausee weichen musste. Die Dörfer wurden geflutet, nachdem die Häuser gesprengt und ihre …

Im Bienenstock

Triest am Ende des 19. Jahrhunderts: Alfonso Nitti kommt aus der Provinz in die Stadt, um als Angestellter im Bankhaus Maller zu arbeiten. Die Tage ziehen an dem jungen Mann vorüber, seine Arbeit im Büro bleibt ihm ebenso fremd wie seine Kollegen und deren Ränkespiele. Alfonso sieht seine wahre Bestimmung im Schreiben und im Studium …

Yoko Ogawas „Insel der verlorenen Erinnerungen“ ist bereits 1994 im japanischen Original erschienen, wurde 2019 erstmals ins Englische übersetzt und ein Jahr später für den Booker Prize nominiert. Der Roman liegt seit 2020 auch in deutscher Übersetzung vor und gehört für mich zu einer meiner bewegendsten Lese-Erfahrungen der letzten Jahre. Ogawa erzählt eine poetische Dystopie, …